Naturerbefläche Rödel

Wildnisfläche auf ehemaligem Truppenübungsplatz Heidehof gesichert
6. Oktober 2017

Im Jahr 2018 hat die Stiftung die Finanzierung zum Kauf der 182 Hektar großen Fläche Rödel übernommen. Das im Süden Sachsen-Anhalts liegende Muschelkalk-Hochplateau mit Wald- und Offenlandflächen wurde jahrzehntelang militärisch genutzt und im Jahr 2009 als Nationales Naturerbe dem Naturschutz gewidmet. Die Betreuung der Fläche erfolgt gemeinsam mit der Naturstiftung David. Der Bundesforst und die Agrargesellschaft Großwilsdorf sind Dienstleister vor Ort. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Hochschule Anhalt, dem Landesamt für Umweltschutz, dem Burgenlandkreis, dem Naturpark Saale-Unstrut-Triasland und den angrenzenden Gemeinden.

Was ist das Besondere an der Naturerbefläche Rödel?

Auf engstem Raum sind auf der 182 Hektar großen Naturerbefläche eine Vielzahl artenreicher Lebensräumen zu finden: Alte Laubmischwälder, ehemalige Mittel- und Niederwälder, magere Flachlandmähwiesen und Kalktrockenrasen auf einem ausgedehnten Hochplateau, spärlich bewachsene Steilhänge und Reste ehemaliger Weinberge. Gemeinsam mit den benachbarten „Toten Tälern” gehört der Rödel zu den orchideenreichsten Gebieten in Sachsen-Anhalt.

Wie wird die Fläche geschützt und entwickelt?

In den geschlossenen Waldflächen des Rödels findet seit dem Jahr 2018 keine forstliche Nutzung mehr statt. Hier kann sich der Wald ohne das Zutun des Menschen entwickeln. Große Teile der orchideenreichen Kalkmagerasen werden seit dem Jahr 2009 durch eine Herde der robusten Pferderasse Konik polski ganzjährig beweidet. Ausgewählte Steilhänge werden durch Ziegen gepflegt. Die Pferde und Ziegen erhalten und entwickeln die halboffene Weidelandschaft und sichern damit die Lebengrundlage für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Um die wertvollen Offenland-Lebensräume langfristig zu erhalten, sollen die ausbreitungsstarken Schwarzkiefer an den Waldsäumen schrittweise entnommen werden.

Wie kann ich die Naturerbefläche Rödel besuchen?

Der Rödel kann von Balgstädt, Freyburg, Nissmitz oder Großwilsdorf aus über ausgeschilderte Wanderwege erkundet werden. Die mit Konik-Pferden beweidete Plateaufläche ist über kleine Tore zugänglich. Die Stiftung und ihre Partner verzichten zum Schutz der sensiblen Lebensräume allerdings bewusst auf eine weitere touristische Erschließung des Rödels. Eine Alternative – vor allem für Orchideenliebhaber – ist der unmittelbar benachbart liegende Rundweg durch die „Toten Täler“.

Quelle Bildmaterial: Naturstiftung David